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Kinder mit Tourette-Syndrom schneller bei Grammatik-Aufgaben
 
[09.08.2007] 

Kinder mit Tourette-Syndrom schneller bei Grammatik-Aufgaben

Kindern und Jugendliche, die am Tourette-Syndrom erkrankt sind, leiden unter unwillkürlichen Bewegungen wie Augenzwinkern und Schulterzucken sowie an vokalen Tics wie Räuspern, Schniefen und dem Wiederholen von unanständigen Wörtern. Forscher der Georgetown Universität in Washington, DC. haben herausgefunden, dass vom Tourette-Syndrom betroffene Kinder bestimmte Grammatikaufgaben schneller lösen können als gesunde Kinder. Die Wissenschaftler legten jeweils 8 an Tourette erkrankten und gesunden Kindern und Jugendlichen zwischen 8 und 17 Jahren Tests vor, die zwei unterschiedliche Arten von sprachlichen Fähigkeiten abfragten. Zum einen ging es darum, grammatikalische Aufgaben zu lösen, bei denen ein festes Schema befolgt werden musste, wie beispielsweise die Bildung der Vergangenheitsform bei regelmäßigen Verben. Die anderen Übungen zielten auf den Umgang mit unregelmäßigen Verben, bei denen es keine Gesetzmäßigkeiten gibt.
Es stellte sich heraus, dass die Kinder und Jugendlichen mit Tourette-Syndrom die Übungen, die auf klaren Regeln basierten, deutlich schneller lösen konnten, als die Teilnehmer aus der Kontrollgruppe. Bei den unregelmäßigen Verben hingegen schnitten beide Gruppen gleich gut ab.

In den beiden Übungen werden unterschiedliche Bereiche des Gehirns angesprochen. Bei Wissen, das auf Regeln basiert, wird das prozedurale Gedächtnis angesprochen, während Zusammenhänge ohne Gesetzmäßigkeit als Verknüpfung eines Wortes mit einem Objekt gespeichert werden, wie zum Beispiel das Wort „Katze“ mit einem „pelzigen Tier“ verbunden wird.
In einem weiteren Test wurde die Fähigkeit überprüft, Objekte korrekt zu bezeichnen. Hier zeigte sich, dass die am Tourette-Syndrom erkrankten Kinder und Jugendlichen beim Benennen von Dingen, die in irgendeiner Weise benutzt werden konnten, also von Körperbewegung abhängig waren, wie beispielsweise ein Hammer, ebenfalls einen Vorsprung hatten. Bei anderen Objekten, die nicht benutzt werden konnten, wie zum Beispiel ein Elefant, waren alle Versuchsteilnehmer gleichauf. 

„Dies könnte bedeuten, dass Abweichungen in der Gehirnfunktion, wie beim Tourette-Syndrom, nicht nur zu Tics führen, sondern zu einem breiteren Spektrum an schnellen und nicht unterdrückten Verhaltensweisen“, erklärt Prof. Michael Ullman, der Leiter der Studie.





 
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