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Bei Kindern mit Schulangst müssen die Ursachen geklärt werden
 
[25.02.2010] 

Bei Kindern mit Schulangst müssen die Ursachen geklärt werden

Haben Kinder Angst vor der alltäglichen Schulsituation, so kann dies verschiedene Gründe haben, die untersucht werden müssen, damit dem betroffenen Kind wirksam geholfen werden kann. „Zunächst muss geklärt werden, ob das Kind aus Sorge vor nicht erfüllbaren Leistungsanforderungen und aus Angst vor sozialen Kontakten den Schulbesuch scheut oder ob die Ursachen im häuslichen Milieu, zum Beispiel in Trennungsschwierigkeiten vom Elternhaus liegen“, erklärt Dr. Christa Schaff, Vorsitzende des Berufsverbandes für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (BKJPP). Auslöser einer Leistungsangst ist häufig eine schulische Überforderung, beispielsweise nach einem Schulwechsel, nach längerer Krankheit oder durch individuelle Lernschwierigkeiten. „Auch ein einschränkender Erziehungsstil mit vielen Zurechtweisungen und ständigen Verweisen auf die besseren Leistungen eines Geschwisters kann bei Kindern Schulangst erzeugen“, warnt die Kinder- und Jugendpsychiaterin aus Weil der Stadt. „Durch kränkende Rückmeldungen von Lehrern oder das Hänseln durch Mitschüler wird die Angst weiter verstärkt und es kann eine soziale Angst hinzukommen.“ Sozial verängstigte Kinder fürchten vor allem, sich zu blamieren, in peinliche Situationen zu geraten und von anderen bewertet zu werden. „Leistungsangst wie soziale Angst können sich auch in körperlichen Beschwerden, wie zum Beispiel in Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall am Morgen, Kopfschmerzen, Zittern und Schweißausbrüchen niederschlagen“, erläutert  Dr. Schaff.

Schulangst  ist eine Angststörung, die im schulischen Kontext entsteht und auch dort wieder abgebaut werden muss. „Eltern sollten deshalb nicht aus Mitleid mit dem verängstigten Kind Entschuldigungen schreiben. Besser helfen sie ihrem Kind, die Schulangst zu überwinden, indem sie es ermutigen und sein Selbstbewusstsein stärken. Zum Beispiel können sie ihm Aufgaben stellen, die es gut bewältigen kann“, empfiehlt Dr. Schaff. „Bei anhaltender Schulangst sollten Eltern nicht zögern, einen Kinder- und Jugendpsychiater hinzuziehen, um die zugrunde liegenden Ursachen festzustellen und der Angst entgegenwirken zu können.“

Man schätzt, dass jeder fünfte Schüler unter Schulangst leidet. Mädchen sind häufiger betroffen als Jungen.



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