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Bei Depressionen senkt engmaschige Betreuung zu Behandlungsbeginn das Suizidrisiko
 
[14.11.2009] 

Bei Depressionen senkt engmaschige Betreuung zu Behandlungsbeginn das Suizidrisiko

In den ersten Wochen einer medikamentösen Behandlung von depressiv Erkrankten ist es besonders wichtig, die Betroffenen intensiv psychotherapeutisch zu betreuen. „Das Einsetzen der Wirkung von Antidepressiva kann sich ab dem Beginn der Einnahme um bis zu 4 Wochen verzögern. Da depressive Patienten ein stark erhöhtes Suizidrisiko haben, ist es unbedingt erforderlich, die Betroffenen während dieser Zeit psychotherapeutisch zu begleiten. Oftmals ist dazu die Betreuung in einer Klinik oder Tagesklinik notwendig“, rät Prof. Michael Bauer von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN). Wenn das Medikament eine anhaltende Wirkung zeigt, kann die medikamentöse und psychotherapeutische Behandlung oftmals ambulant fortgeführt werden. „Da Menschen unterschiedlich gut auf verschiedene Wirkstoffe von Antidepressiva ansprechen, kann es vorkommen, dass die Medikation gewechselt werden muss, um eine optimale Wirkung zu erzielen. In einer solchen Umstellungsphase ist ebenfalls eine engmaschige Betreuung des Patienten erforderlich, um die Selbstmordgefährdung so gering wie möglich zu halten“, mahnt der Direktor der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Dresden.

Eine Depressionen kann sich durch verschiedene Anzeichen äußern, wie anhaltende Freudlosigkeit und Hoffnungslosigkeit aber auch Schlafstörungen und Unruhe sowie Müdigkeit und Erschöpfung.  „Aufgrund dieser Vielgestaltigkeit bleibt die Erkrankung jedoch häufig unerkannt und bleibt unbehandelt. Oft bleiben Suizidpläne verborgen und Andeutungen hinsichtlich eines Suizids werden oftmals auch nicht ernst genommen“, warnt Prof. Bauer. „Wer selbst Suizidgedanken hat oder gefährdete Menschen kennt, sollte umgehend Hilfe bei einem Arzt oder Psychotherapeuten suchen.“

Man schätzt, dass in Deutschland derzeit 4 Millionen Menschen an einer Depression leiden. Depressive Erkrankungen kommen in jedem Lebensalter vor, der Erkrankungsgipfel liegt zwischen dem 30. und dem 40. Lebensjahr. Frauen sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer. Etwa 15% der chronisch depressiven Menschen nehmen sich das Leben. 40 – 70% aller Suizide erfolgen im Rahmen einer Depression.



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