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Selbstmord ist bei jungen Menschen eine der häufigsten Todesursachen
 
[08.02.2008] 

Selbstmord ist bei jungen Menschen eine der häufigsten Todesursachen

Weltweit ist Selbstmord eine der häufigsten Todesursachen. Nach einer Studie von Wissenschaftlern um Prof. Matthew Nock von der Harvard Universität, die im British Journal of Psychiatry erscheint, sind junge Menschen, Alleinstehende, Menschen mit geringer Ausbildung und seelisch Erkrankte besonders gefährdet. Die Forscher haben eine Studie mit 85 000 Menschen in 17 Ländern, darunter auch Deutschland, durchgeführt und kamen zu dem Ergebnis, dass 9,2 % der Studienteilnehmer schon einmal Selbstmord in Betracht gezogen hatten. 2,7% der Befragten gaben an, bereits einen Selbstmordversuch unternommen zu haben. „Die Ergebnisse bestätigen, dass Selbstmordgedanken und suizidale Absichten weiter verbreitet sind als man vielleicht zunächst vermuten würde. Viele Menschen, die Suizidgedanken haben, trauen sich jedoch aus Angst vor einer Stigmatisierung nicht, darüber zu sprechen“, erklärt Dr. Christa Roth-Sackenheim, Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Psychiater (BVDP).

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist die Selbstmordrate in den letzten 45 Jahren um 60% gestiegen. Die Entwicklung verläuft in ganz verschiedenen Ländern sehr ähnlich. Die Forscher um Matthew Nock ermittelten eine Häufung von Suiziden bei Menschen im Alter zwischen 15 und 34 Jahren. Während in wohlhabenden Ländern wie Deutschland und den USA, Depressionen die Selbstmordgefahr am stärksten erhöhen, sind in weniger entwickelten Ländern wie etwa Kolumbien oder Nigeria vor allem Störungen der Impulskontrolle, Drogensucht und Angststörungen Risikofaktoren für den Suizid.

„Die Zeit zwischen ersten Selbstmordgedanken und einem Suizidversuch ist in den meisten Fällen kürzer als ein Jahr, das hat auch diese Studie gezeigt. Wenn ein Mensch Suizidgedanken hat, sollte er nicht zögern, Hilfe von einem Psychiater oder Psychotherapeuten in Anspruch zu nehmen, damit er in der Bewältigung seiner Probleme Unterstützung erfährt“, mahnt Dr. Roth-Sackenheim. „Wenn Menschen, insbesondere Jugendliche, gegenüber Freunden oder Angehörigen von Selbstmordgedanken oder gar Suizidabsichten sprechen, sollten diese unbedingt ernst genommen werden.“



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