In Deutschland begehen jährlich 11 000 Menschen Selbstmord. Ältere Menschen sind in unserer Gesellschaft besonders gefährdet, sich das Leben zu nehmen. Der Anteil von Menschen über 60 Jahren an allen Suiziden in Deutschland beträgt 40%. Viele Senioren haben Angst vor dem Älterwerden. Die mangelhaften Zustände in Pflegeheimen und die Einsamkeit im Alter verschlimmern die Situation. Problematisch ist auch die jahrelange Tabuisierung des Suizids. Bestehende Hilfsangebote, beispielsweise von Beratungsstellen, würden von älteren Menschen kaum wahrgenommen, erklärt Dr. Georg Fiedler, der Nationale Repräsentant der Internationalen Gesellschaft für Suizidprävention. Ältere Personen hätten dieses Tabu so verinnerlicht, dass sie ihre Suizidgedanken auch bei Ärzten und Psychotherapeuten nicht ansprächen.
Experten betonen die Wichtigkeit der Behandlung seelischer Erkrankungen zur Suizidprävention bei Menschen aller Altersgruppen. „Bei 90% der Suizidopfer spielen psychische Erkrankungen eine Rolle“, sagt Dr. Barbara Schneider von der Klinik für Psychiatrie der Universität Frankfurt. Zu den größten Risikofaktoren gehören Depressionen , Schizophrenie und Alkoholabhängigkeit.