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Akupunktur zur Migräne-Vorbeugung sinnvoll
 
[14.07.2010] 

Akupunktur zur Migräne-Vorbeugung sinnvoll

Akupunktur hilft vielen Migräne-Patienten , die Häufigkeit der Kopfschmerz-Attacken zu vermindern und die Schmerzintensität bei Anfällen zu reduzieren. „Dieses alternative Behandlungsverfahren kann in den beschwerdefreien Intervallen zur Vorbeugung eingesetzt werden. Die prophylaktische Wirkung ist dann mit der Wirkung vorbeugender Medikamente vergleichbar und daher eine wirksame Alternative zur Vorbeugung von Migräne“, rät Prof. Hans-Christoph Diener von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) in Berlin. Weil Medikamente gegen Migräne oft Nebenwirkungen haben und manchmal selbst Ursache für anhaltende Kopfschmerzen sein können, wenn sie übermäßig eingenommen werden, ist die Anwendung anderer Therapieverfahren bei chronischen Kopfschmerzen auf jeden Fall zu empfehlen“, ergänzt der Migräne-Experte. Um positive Effekte bei der Vorbeugung von Migräne zu erzielen, ist eine klassische, chinesische Nadel-Akupunktur ähnlich wirkungsvoll wie die so genannten Sham-Akupunktur-Verfahren. Bei der Sham-Akupunktur werden die Nadeln nicht exakt auf den traditionellen Akupunktur-Punkten aufgesetzt und auch nicht so tief in die Haut gestochen. Neben der Akupunktur sind auch Entspannungsverfahren, wie die progressive Muskelrelaxation nach Jacobson, und Biofeedback wirksame Alternativen zur Vorbeugung von Migräne. 

Zur Linderung akuter Migräne-Attacken eignet sich Akupunktur hingegen nicht. So konnten Studien zwar eine Besserung der Schmerzen bei akuten Beschwerden beobachten, aber der Effekt war minimal. Zudem ist es für Betroffene schwer umzusetzen, bei plötzlich auftretenden Beschwerden umgehend eine Akupunktur wahrzunehmen. „Um akute Anfälle zu lindern, ist der Einsatz von Medikamenten sinnvoll. „Bei Patienten mit leichten bis mittelschweren Kopfschmerzen ist oftmals ein freiverkäufliches Schmerzmittel eventuell verbunden mit einem Medikament gegen Übelkeit ausreichend. Kündigt sich eine Migräneattacke mit Seh- und Empfindungsstörungen, einer so genannten Aura an, so ist es wichtig ein Triptan-Präparat mit dem Beginn der Kopfschmerzphase einzunehmen“, ergänzt der Migräne-Experte.

Auch zur Vorbeugung von Spannungskopfschmerzen hat sich die Heilmethode aus der traditionellen chinesischen Medizin als wirksam erwiesen. Bei Cluster-Kopfschmerzen hingegen helfen die Akupunktur-Nadeln nicht, sondern können sogar die Schmerzattacken erst auslösen. „Grundsätzlich ist es daher sehr wichtig, dass zunächst neurologisch abgeklärt wird, welche Kopfschmerzform vorliegt, damit diese auch gezielt behandelt werden kann“, empfiehlt der Direktor der Klinik für Neurologie in Essen. 

Bei der Akupunktur der Migräne wird in der Regel zweimal in der Woche therapiert. Eine Sitzung dauert 20 bis 30 Minuten. Im Durchschnitt sind rund 15 Akupunktur-Behandlungen erforderlich, wobei erste Erfolge meist nach der Hälfte der Sitzungen eintreten. In extremen Einzelfällen kann es erst nach 30 bis 40 Behandlungen zu einer dauerhaften Besserung kommen. Einige Monate nach Beendigung der Therapie sollte eine Auffrischungsbehandlung mit wenigen Akupunktur-Sitzungen erfolgen, um den Langzeiterfolg zu sichern. Für die Akupunktur zur Behandlung von Migräne übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen jedoch keine Kosten.

Unter chronischer Migräne und chronischen Spannungskopfschmerzen leiden drei bis fünf Prozent der Bevölkerung. Frauen sind insgesamt häufiger von diesen Leiden betroffen.

Die Pressemeldung der DGN ist zur Veröffentlichung freigegeben.
Bitte weisen Sie in diesem Fall auf das Informationsportal der DGN,
www.neurologen-im-netz.de, hin.





 
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